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30. November 2012

[TV&Co] James Bond 007 - Skyfall



Um das Ergebnis gleich vorweg zu nehmen: Skyfall ist ein absoluter Reinfall.

Ich muss zugeben, dass ich mich von dem Hype habe anstecken lassen und auch mit freudiger Erwartung dann ins vollbesetzte Kino gegangen bin. Was uns Sam Mendes da aber kredenzt ist einfach nur ein müder Actionfilm, der nach etwa 30 Minuten den Spannungsbogen abreißen lässt.

Bond soll neu, realistischer. gebrochen, verletzt, dreckig und ungeheuer männlich(?) aber dennoch menschlicher sein - das ist dann selbst für den besten Schauspieler nur schwer umzusetzten, Daniel Craig wirkt deshalb oftmals bemüht aber hauptsächlich unentschlossen. So wird die Bond unnnötigerweise psychologisiert, was prinzipiell kein schlechter Versuch ist; aber es wirkt aufgesetzt und passt auch nicht zur Figur der letzten beiden Teile.

Überhaupt, der "neue" Bond. Eigentlich müsste man sich ja nur an das alte Rezept halten: Gut gegen Böse, übergroße Bösewichte, exotische Schauplätze, schöne Frauen, schnelle Autos und Gadgets am Rande der Wahrscheinlichkeit.

Deshalb erstmal der Blick zum Bösewicht. Dieser ist - wie schon in anderen Filmbesprechungen öfters mal erwähnt - immer derjenige, an dem sich der Held messen muss. Ist der Bösewicht gut, kann der Held um so heller strahlen. Javier Bardem mag ein guter Schauspieler sein, wurde hier aber als Mischung von Hannibal Lecter und blond gefärbter Brüno (vergleiche Max Zorin in "Im Angesicht des Todes") verheizt. Um die Überlänge des Films nicht noch weiter zu strapazieren, wurde ihm - im Gegensatz zu "show, don't tell" mal schnell runtererzählt - eine Biographie verpasst, die es in sich hat: Als gefangenenr MI6-Agent im chinesischem Gefängnis fast zu Tode gequält, will er sich ein paar Jahrzehnte später an M rächen. Das muss natürlich sorgfältig inszeniert sein mit viel Kollateralschäden und Katz-und-Maus-Spielchen. Dr. Evil hat es schließlich genauso gemacht.

Dies muss als Motivation auch erstmal reichen, erklärt aber kaum, wie er eigentlich von den Chinesen weg gekommen ist, sich ein Terrornetzwerk aufbauen konnte und Schalten und Walten kann wie es ihm beliebt, ohne dass die Geheimdienste dieser Welt etwas von seinen Machenschaften mitbekommen haben. Gut, das war in den bisherigen Bond-Filmen sicherlich auch immer eher unkritisch hinterfragt worden, aber wie gesagt, dieser Bond soll ja eigentlich realistisch sein.

Aber genau an dieser Prämisse zerbricht dann der Film auch in der Mitte. Spätestens nach einer sehr klassischen Szene in einem Casino geht es nämlich richtig turbulent zu: Bond wird (Überraschung!) gefangen genommen und trifft den Bösewicht das erste Mal. Irgendwie schafft es Bond diesen zu überumpeln und mit einem Peilsender(!) die notwendige Verstärkung auf die einsame Insel (auch hierfür gibt es eine unnötige und seltsame Erklärung) zu lotsen. So weit, so gut. Doch genau das hatte der Bösewicht geplant! Er lässt sich nämlich in eine Glaszelle einsperren ("X-Men" und "Das Schwiegen der Lämmer" lassen grüßen) , während sein Notebook im Hauptquatier des MI6 untersucht wird und somit einen Virus ins System einschleusen kann. Damit ist er auch gleich wieder auf freiem Fuß, wird aber vom heraneilendem (erst an den ahnungslosen Wachen, dann an den toten Wachen vorbei) Bond sodann auch verfolgt. Dieser stellt ihn dann nach einigem hin und her sogar im Londoner Untergrund - weil aber auch das im Plan einkalkuliert war, kann der böse Wicht die Decke sprengen und eine just in diesem Moment vorbeifahrende U-Bahn auf Bond ... äh ... umlenken. Und somit schliddert der Film von einem Ärgernis ins nächste bis zum "Kevin allein zuhause"-Finale im schottischen Hochmoor. Dass eines der wenigen neuen Gadgets ausgerechnet ein alter Aston Martin ist, passt dazu irgendwie ins Bild.

Ebenso unfertig wirken die exotischen Schauplätze und die Bondgirls, von denen Bérénice Marlohe auch noch viel zu früh stirbt.

Insgesamt ist auch wieder einmnal die große Frage, wer ist eigentlich der Sympathieträger in dem ganzen Film? Den Bösewicht kann man nicht wirklich ernst nehmen, Bond im übrigen auch nicht. M als Schreibtischtäterin ohne Skrupel taugt genauso wenig. Die restlichen Schauspieler machen ihre Sache mal mehr (Ralph Fiennes) und mal weniger (Naomie Harris) gut. Unter'm Strich bleibt der gesamte Film deshalb auch sehr blutarm, leblos und steril. Als Psychodrama taugt es nichts und als Actionfilm auch nicht. Da gibt es mit "The Rock", "Stirb langsam 3" oder "True Lies" bessere.

(1/10)

tl;dr: Der neue Bond will realistisch sein und zerbricht daran.

15. Juli 2012

[TV&Co] Drive


Nach den ganzen Vorschusslorberen auf diversen Seiten kam ich nicht umhin, mir den gehypten Film auch anzuschauen.

Um es kurz zu machen: Der Hype ist gerechtfertigt. Seit Watchmen (und der ist immerhin von 2009) der beste Film in den letzten Jahren, den ich im Kino gesehen habe. Die Ästhetik ist irgendwo angesiedelt zwischen Miami Vice und Steve McQueen, der Synthie-Pop vom Soundtrack und der blaue Ford Mustang sind nicht die einzigen Referenzen an die Vorbilder.

Absolut kompromisslos ist die Figur des namenlosen Drivers - die Schlüsselsezene im Fahrstuhl, als er sich entscheidet, in die Offensive zu gehen, seine Passivität aufzugeben und gleichzeitig damit auch sein bisheriges Leben, ist nicht nur brutal, sondern auch einzigartige verdichtet. In diesen Sekunden (zu recht in Zeitlupe) passieren derart viele Dinge, wird alles auf den Kopf gestellt und zerstört, was bisher Bestand hatte, dass es keiner Worte bedarf. Großes Kino wie da das Prinzip "show, don't tell" perfekt umgesetzt wird.

Überhaupt die Frage der gezeigten Brutalität ...  das wirklich brutale an diesem Film ist nicht die Gewalt, sondern wie diese inszeniert wird. Es sind keine Fremden, die sich das gegenseitig antun und es ist auch nichts ästhetisiert. Ich denke, genau das ist es, was diesen Film dadurch aber auch auszeichnet. Gewalt wird nicht verharmlost, sondern in ihrer rohen und extremst zerstörerischen Form gezeigt. Da wird nicht langsam und eherenhaft gestorben, sondern schnell und blutig.

Lange dürfte auch der Schluss im Gedächtnis bleiben, für den es prinzipiell zwei Interpretationen geben könnte. Ohne zuviel zu verraten zu wollen, ich denke nicht, dass wir ein Happy End präsentiert bekommen.

(10/10)

14. April 2011

[TV&Co] Iron Man 2


Wir erinnern uns, es gab da eine Rezension zum ersten Teil, die recht postiv ausfiel. Der zweite Teil war mir wiederum aus Zufall in den Schoß gefallen, diesmal jedoch "nur" als DVD.

Mehr oder weniger nahtlos setzt der neue Teil dort an, wo der erste Film endete, nämlich mit der catchphrase: I am Iron Man. Gegengeschnitten wird wird hierzu die Motivation des neuen Bösewichts, der diesmal in der Gestalt von Mickey Rourke, der eine Figur namens Whiplash geben darf - ein verbitterter Russe, der noch eine Rechnung mit der Stark-Familie zu begleichen hat (naja, muss halt reichen). Als weiteren Charakter darf man Justin Hammer, einen Konkurrenten von Tony Stark und ebenfalls Waffenlieferant, begrüßen. Vervollständigt wird das Ensemble um Scarlett Johansson als Black Widow. Dazu natürlich alle Personen aus dem ersten Teil. 

Weil eine gute Rezension eigentlich nicht die Handlung einfach runterbeten soll, möchte ich an dieser Stelle ein wenig auf die Motive und Charaktere eingehen und deren filmische Umsetzung. Zunächst einmal Robert Downing Jr., der in seiner Rolle wiederum sichtlich Spass hat, jedoch nicht so sehr in Erscheinung tritt wie im Vorgänger. Die Entscheidung, sich als Iron Man zu offenbaren, hebt den Film von anderen Comichelden-Verfilmungen ziemlich stark ab, was neue Aspekte und Probleme mit sich bringt, die zu Beginn zwar noch eine Rolle spielen, ab der Hälfte des Filmes allerdings im allgemeinen Actionspektakel untergehen. Was sehr schade ist, da hier genau Mickey Rourkes Charakter darauf abzielt, Iron Mans Verwundbarkeit der Weltöffentlichkeit zu offenbaren und ihn somit es den anderen zu überlassen, Iron Man zu besiegen. In diesem Zwiegespräch im Gefängnis nach dem ersten Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten wird die Tragik der Figur Iron Mans sehr schön etabliert und der vermeintliche Bösewicht erhält eine ungewohnte Tiefe und einen für das Genre atypischen Weitblick. 

Leider driftet ab da der Film wider zurück in eine 08/15 Comicverfilmung. Das ist nicht notwendigerweise schlecht, es gibt einige sehr schöne Actionsequenzen und  genügend Raum für coole und lässige Sprüche. Doch wirkt alles sehr blutarm und ein wenig gehetzt, für große Überraschungen bleibt kein Platz und die Charaktere kehren zu ihren klischeehaften Rollenbildern zurück.

Gänzlich unverständlich sind mir die Rollen von Gwyneth Paltrow, Scarlett Johansson und Samuel L. Jackson (der ungewöhnlich viel rumhampelt irgendwie), die für den Fortgang der Handlung eigentlich absolut unwichtig und nur Referenz an den Comic sind (wobei es auch schon so massig Anspielungen gibt, die alle sehr viel Spass machen). Für spannende und interessante Nebenhandlungen bleibt nicht die Zeit, sodass sie lediglich Staffage sind.

Ein Fazit zu ziehen, ist nicht einfach. Am besten ist es, Teil 1 und 2 im Huckepack zu schauen. Für sich alleine genommen ist Iron Man 2 für Leute, die die Comicvorlage nicht kennen, sicherlich nicht zu empfehlen. Insgesamt bleibt der Film zwar unter den Möglichkeiten und deutet nur an, was noch alles möglich wäre ... im Endeffekt krankt schon der erste Teil an eben diesem Manko. Bleibt nur zu hoffen, dass der dritte Teil dann endlich die Sache abrundet und dann wirklich der Mandarin auftaucht. Unterhaltsam war es allemal.

(7/10)


27. September 2009

[TV&Co] Verdacht auf Internet

Früher liefen Kindersendungen auf RTL, heute nur noch die Gehirnausdünstungen irgendwelcher Drehbuch-Azubis:

Und die Moral von der Geschicht'? Nackte Frauen ausm Internet sind pöööhse.

9. September 2009

[TV&Co] Körperzellen Rock



Was will uns der Künstler damit sagen?!

"Wer bei diesem Lied aktiv mitmacht, kann so Krankheiten heilen, ein stärkeres körperliches und geistiges Wohlbefinden bemerken und eine liebevolle Verbindung zu seinem Körper spüren."


<loriot>Ach was.</loriot>

Wer jetzt noch Schwierigkeiten mit dem Text haben sollte und Wert darauf legt, hier ist er:
Jede Zelle meines Körpers ist glücklich,
Jede Körperzelle fühlt sich wohl.
Jede Zelle meines Körpers ist glücklich,
Jede Körperzelle fühlt sich wohl.
Jede Zelle, an jeder Stelle,
Jede Zelle ist voll gut drauf.
Jede Zelle, an jeder Stelle,
Jede Zelle ist voll gut drauf.

Am glücklichsten dürfte jedoch das Cover der CD machen ;-)

3. Juni 2009

[TV&Co] Not Fair

Die geneigte Leserschaft weiß schon, dass hier und da Musikvideos von mir gebloggt werden, die besonders trashig sind. Heute: Lily Allen mit "Not Fair" ... hat einfach alles, angefangen von Vokuhila bis hin zu Star Trek: TOS-Ausstattung.



21. Mai 2009

[TV&Co] Internationales Figurentheaterfestival

Der Titel dieses Eintrags könnte eigentlich auch heißen: "Dinge, von denen ich bisher nicht gewusst habe, dass sie "vor der Haustür" stattfinden" ... sicherlich auch eine interessante Kategorie, die man irgendwann einführen könnte ;-)

Nichtdestotrotz kümmert sich das heutige Posting um das Internationale Figurentheaterfestival in Erlangen.



Tante Wiki weiß dazu auch recht wenig zu sagen:

Die zweijährlich von den Städten Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach gemeinsam ausgerichtete Veranstaltung gilt als das wichtigste Festival für spartenübergreifendes Figuren-, Bilder- und Objekttheater im deutschsprachigen Raum und als zentrales Theaterfestival Deutschlands.

Über 50 Theatergruppen aus aller Welt präsentieren in rund 100 Vorstellungen zehn Tage lang ihre aktuellen Inszenierungen an mehr als 20 verschiedenen Veranstaltungsorten im Städtegroßraum. Als Rahmenprogramm gibt es Ausstellungen und Performances sowie Workshops, öffentliche Vorträge, Werkstatt-, Inszenierungsgespräche und Diskussionen.

Interessant ist, dass es *die* Veranstaltung in Europa ist und für etliche ausländische Künstler Pflichttermin. Der geflügelte Spruch "Niemand in China weiß das" trifft hier buchstäblich nicht zu.

Und man sollte sich davor hüten, jetzt eine Art Kasperletheater zu erwarten. Aufgrund meiner zugegebenermaßen durch Unwissen induzierte Ignoranz ging ich nur etwas widerwillig in eine Veranstaltung, beschwerte mich im Vorfeld über den meiner Meinung nach viel zu hohen Eintrittspreis und war dann erstmal geplättet als plötzlich ca. 200 Leute mit mir in den Saal wollten (ausverkauft!). Was ich dann zu sehen bekam war höchst beeindruckend:

Einige Studenten der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ aus Berlin präsentierten kurze Szenen mit ihren Figuren, ehe sie im zweiten Teil "Reinike Fuchs" aufführten. Die Szenen zu Anfang loteten die Möglichkeiten der figürlichen Darstellung aus und bereiteten das Publikum indirekt (aber sorgfältig) auf neue Sehgewohnheiten vor.

Reinike Fuchs dann war ein ständiger Wechsel zwischen Puppen und deren Spielern, die gleichzeitig auch die menschlichen Pendants ihrer Figuren waren, sodass zwischen Puppen- und Schauspiel ständig gewechselt wurde. Die Figuren, die einerseits der Physik "ihrer" Welt gehorchten und beispielsweise das Ledersofa auf der Bühne als Burg umfunktionierten oder den davorstehenden Tisch in eine alte Ruine verwandelten; die Schau- und Puppenspieler andererseits, die mühelos die Charakterzüge ihrer Figuren übernahmen und auch zwischen einzelnen Rollen hin- und herwechselten. Für das Stück, das violance, sex and crime im Übermaß hat, bietet diese Verfremdung grandiose Möglichkeiten, sodass ein stimmiges Gesamtbild entstand.

Leider hatte ich nicht die Möglichkeit, andere Veranstaltungen des Festivals zu besuchen, was ich aber beim nächsten Mal auf jeden Fall vor habe. Dann auch mit mehr Wissen, weniger Ignoranz und besserer Planung :-)

[TV&Co] Titanic-Satire


Bissig, böse und treffend - ich bin kein wirklich großer Fan von Satire oder Kabarett, aber das ist mal echt gelungen.

23. April 2009

[TV&Co] Apollo Justice: Ace Attorney

Zu Ostern gab es eine wirkliche Überraschung im Nest zu finden: "Apollo Justice: Ace Attorney". Ein Adventure.



Monkey Island, Day of the Tentacle, Grim Fandango ... fragt man sich, was aus dem Genre "Adventure" geworden ist, so lautet die Aussage im Normalfall: tot. Verdrängt von Ego-Shootern, MMORPGs oder casual games fristet das Adventure ein Nischendasein ...

ABER: Nicht in Japan. Denn dort hat sich das eigene Genre des Japan-Adventures herausgebildet. Und als ob das nicht schon kurios genug ist, machen diese Art von Spielen dort 70% der Neuerscheinungen aus. Folgerichtig versuchen die Publisher natürlich einen auf Pokemon zu machen und den Trend auch hier zu etablieren.

Das haben sie (zumindest bei mir) geschafft. Denn wo das Spiel nichtunbedingt gerade durch Grafik oder Action punkten kann, weist es doch ein Qualitätsmerkmal auf, das vielen anderen Spielen fehlt: Ein grundsolide, spannende Story.

Im Grunde genommen handelt "Apollo Justice: Ace Attorney" um den titelgebenden Apollo Justice, der als junger Anwalt versucht, einige Fälle (vier an der Zahl sollen es sein) für seine Mandanten zu lösen. Jedes Mal gerät der Fall jedoch so verzwickt, die Wendungen in der Gesachichte sind derart überraschend und die Grundkonstellation wird so geschickt variiert, dass man geradezu süchtig wird ... wie ein spannender Kriminalroman taucht man in das Geschehen ab. Nur dass man die Rätsel selber lösen muss, anstatt auf der nächsten Seite die Auflösung einfach zu rezipieren.

Nicht zu Unrecht wird dieses Genre als "Visual Novel" bezeichnet, denn das trifft die oben beschriebene Sache ziemlich genau auf den Kopf. Wer Gefallen an Animeserien a la "Detective Conan" findet, wer Monkey Island im oberaffigen Modus gezockt hat und bei Day of the Tentacle verzweifelt ist, der wird an "Apollo Justice: Ace Attorney" seinen Gefallen finden. Alle anderen sind Banausen!

5. April 2009

[TV&Co] Mario Paint Composer

Woran merkt man eigentlich, dass man alt wird? Richtig: Videospiele, die man als Kind gespielt hat, werden plötzlich copyleft und tauchen irgendwo im Netz auf.

Ein besonderer Fall ist mir jetzt untergekommen: Mario Paint Composer. Was Anfang der 90er noch so aussah:


... kommt heute als kleines Programm daher:



Mario Paint war damals unglaublich genial, gab es doch die Möglichkeit, Bilder zu erstellen, Musik zu komponieren und kleine Videoanimationen zu kreieren. Nunja, für ersteres und letzteres gibt es sicherlich heutzutage bessere Tools (wenngleich oftmals viel zu komplex *seufz), insofern verwundert es nicht, dass gerade der Komponierteil es auf den PC geschafft hat. An sich wäre das sicherlich nur nett, ABER: Es gibt die Möglichkeit, sich bereits erstellte Songs runterzuladen. Wie das aussehen kann, kann man sich bei Youtube und Co. anschauen:


Und somit sollte auch der Sonntag Nachmittag gerettet sein ;-)

4. April 2009

[TV&Co] Watchmen



Wenn man sich mit Comics beschäftigt, wird man irgendwann unweigerlich mit dem Namen Alan Moore konfrontiert. Dem nicht-comiclesenden Publikum ist er vielleicht von Verfilmungen wie V wie Vendetta, Die Liga der aßergewöhnlichen Gentlemen oder From Hell. In Comicreisen gilt der Zausel neben Frank Miller (300, Sin City) zu einem *der* Stars überhaupt.

Sein wichtigstes Werk sind die Watchmen. Ein Comic, der Mitte der 80er Jahre veröffentlicht wurde und vom Time-Magazin zu den besten 100 (englischsprachigen) Erzählungen des 20. Jahrhunderts gezählt wurde. Soviel zu den Vorschußlorbeeren.

Wie alle mehr oder minder erfolgreichen Sachen gibt es seit kurzem auch die Verfilmung der Watchmen im Kino zu bestaunen. Gemessen daran, dass die Vorlage (vermutlich) noch tiefer auf die einzelnen Charaktere eingeht (ich werde den Comic demnächst lesen, daheim liegt er schon) und etliches aus dramaturgischen Gründen weggelassen wurde ... ist das bestimmt einer der besten Filme, die ich in den letzten Jahren im Kino gesehen habe - und das mittlerweile sogar zweimal, was definitiv nicht oft vorkommt.

Was die Faszination ausmacht? Das ist schwer zu sagen. Zum einen wird die Thematik "Who watches the Watchmen?" zu latein "Quis custodiet ipsos custodes?" zu deutsch "Wer wird die Wächter überwachen?" bis ins letzte konsequent durchgehalten, zum anderen bieten die Charaktere mit ihren Ecken und Kanten reichlich Projektionsflächen für die eigene Persönlichkeit. Die Frage, ob mit großer Macht große Verantwortung kommt (wie sie in Spiderman kurz und oberflächlich angeschnitten wird), wird hier auf mehren Ebenen bis ins Philosophische hinein erörtert: Natürlich bedeutet Macht auch Verantwortung ... aber wie setzt man die Macht auch verantwortungsbewusst ein? Soll man seine Macht überhaupt einsetzen? Und wie reagieren die Macht-losen darauf?

Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges entspinnt sich dadurch ein grandios durchdachte, stimmige Geschichte, die über 160 Minuten zu fesseln weiß. Herauszuheben sind dabei die Charaktere Rorschach, Dr. Manhatten und der Comedian.

Rorschach aufgrund seiner absoluten Kompromisslosigkeit, sowohl im Guten wie auch im Schlechten; Dr. Manhatten, der durch seine gottgleiche Macht sich immer weiter vom Menschsein entfernt und durch seine pure Existenz die Dinge in Bewegung bringt; der Comedian, der menschlicher und maßloser kaum sein könnte.

Der Film mag für den ein oder die andere insgesamt etwas zu brutal sein, gerade bei den Szenen mit Rorschach. Angenehm aufgefallen ist die deutsche Übersetzung, die an vielen Stellen Pointen zu setzen weiß, die im Original so nicht vorkommen.

Das beindruckendste ist jedoch, dass der Film viele Fragen aufwirft, auf sehr vielen Ebenen funktioniert und weit über das (triviale?) Medium Comic oder Film hinausgeht.

(10/10)

8. Januar 2009

[TV&Co] Travianer

An dieser Stelle soll auch mal auf einen anderen Zeittotschläger hingewiesen werden: Travianer. Ein Browsergame, in dem man als Römer/Gallier/German/in in einem mehr oder weniger weitläufigen Dorf an der römisch-gallisch-germanischen Grenze unterwegs ist.


Im Bild sieht man das Spielgeschehen eigentlich recht gut: Die Spielfigur (nebst Wanderschwein) steht links von der Taverne (das Ding mit dem Fachwerk), außerdem kann man noch verschiedene Gebäude sehen, wo man diverse Rohstoffe weiterveredeln kann.

Links unten sind tamagotchi-mäßig Werte der Figur durch farbige Balken symbolisiert: Hunger, Schlaf, Spass und Hygiene. Sind alle Balken mindestens im gelben Bereich, produziert man auch am meisten Rohstoffe. Sinkt der Hygiene-Balken andererseits komplett ab, fängt man an zu stinken und muss in der Taverne oder auf dem Markt mehr bezahlen. Als ob das noch nicht reicht, gibt es verschiedene Quests zu lösen, die alle mehr oder minder mit dem Fluch von (bzw. gegen) Onkel Horatio beschäftigt, der einen Druiden beim Wetttrinken betrog dereinst.

Wem das immer noch zu wenig ist, der kann sich in der Arena mit anderen Travianern messen im Zweikampf, wofür man beim Waffen- oder Rüstungshändler auch entsprechendes Kriegswerkzeug erwwerben kann. Weil das aber immer noch zu langweilig wäre, gibt es die Möglichkeit, sein eigenes Haus sims-mäßig einzurichten und auszubauen.

Und letzen Endes gibt es da noch die Gilden und Clubs, mit deren Hilfe man Artefakte (für Boni) bauen kann oder auch mal gepflegt in einem Badehaus (wir erinnern uns: Der Hygiene-Balken!) abhängt.

Ob man das Spiel nebenbei laufen lässt oder intensiv spielt, macht dabei eigentlich kaum einen Unterschied. Der Spass entsteht - wie eigentlich fast immer bei Browsergames - durch die Interaktion mit anderen Spielern in diversen Chats oder Foren, wobei durch die Möglichkeit des sog. Generationswechsels (man spielt im Prinzip den Neffen, den Ur-Neffen oder den Urur-Neffen (bzw. -Nichte) von Horatio) und der fortschreitenden Story eine gewisse Langzeitmotiviation einhergeht (neben den vielen schicken, neuen Möbeln, die für's eigene Haus freigeschalten werden). Dazu noch eine Tonne kleiner, witziger Details, die aber hier den Rahmen sprengen würden.

Wer mag, kann mir ja mal ingame eine Taube schicken ;-)

17. Dezember 2008

[TV&Co] Der Ring der Musketiere

Eine Abscheulichkeit des deutschen (Privat-)Fernsehens ging 1992 anscheinend an mir vollends vorbei. Grund genug, hier an die Öffentlichkeit zu zerren, was ich beim zufälligen Surfen entdeckt habe:

Der Ring der Musketiere
1992 (RTL). 4-tlg. US-dt. Krimiserie von John Paragon und Joel Surnow
(„The Ring Of The Musketeers“; 1992)


Eine kurze Zusammenfassung des Inhalts findet sich beim fernsehlexikon und soll hier zitiert werden, um das Grauen in Worte zu fassen:
Der Popsänger John D‘Artagnan-Smith (David Hasselhoff), der Deutschlehrer Peter Porthos (Thomas Gottschalk), die Talkradio-Moderatorin Anne-Marie Athos (Alison Doody) und der Ex-Ganove Burt Aramis (Cheech Marin) sind die Nachkommen der Musketiere, denn sie haben ihre Original-Ringe. Daher fühlen sie sich berufen, auf Motorrädern durch Los Angeles zu fahren, sich zu prügeln, Menschen zu helfen und die Bösen zu fangen.

Bestürzend - ich dachte bisher, dass Gottschalk und The Hoff nur in "Zärtliche Chaoten 2" zusammen spielten, und jetzt das. Asche auf mein Haupt! Und wer den Namen Joel Snurow vielleicht schon mal untergekommen ist ... der hat ein Jahrzehnt später "24" erfunden (nicht überliefert ist, ob es solange gedauert hat bis er wieder zu einem Produzenten vorgelassen wurde).
Daneben offenbart der Cast noch so illustre Gestalten wie John Rhys-Davies (Gimlí) oder Branscombe Richmond (Bobby Sixkiller, der Typ der Reno "Er war ein Cop ..." Raines die Aufträge verschaffte). Von Alison Doody (Indy 3: Dr. Elsa Schneider) und Cheech ganz zu schweigen. Aus heutiger Sicht sind die Filme absoluter Edel-Trash gespickt mit B-Movie-Stars.

Und weil's so schön ist, hier noch das Intro und eine Kurzdokumentation vom RTL Hollywood Reporter (die Älteren erinnern sich vielleicht noch an diesen Lückenfüller aus einer Zeit, als es nur eine Werbepause pro Film gab ...).









11. Dezember 2008

[TV&Co] Zelda: OoT

Am 11. Dezember 1998 erschien in Europa das Spiel "The Legend of Zelda: Ocarina of Time". Grund genug, zum 10-jährigen Jubiläum ein kleines Tribut-Video zu posten.



P.S. Der Wasserpalast war die Hölle.

10. Oktober 2008

[TV&Co] Wortspielhölle

Nun begab es sich, dass ich mich heute frug, warum ausgerechnet Horror- und Splatterfilme von der Zensur zerstückelt werden ...

6. September 2008

[TV&Co] Residuale Souveränität vs. Journalismus

Der Präsidentschaftswahlkampf der USA geht in die entscheidende letzte Runde und mit einem Mal geraten auch Hinterbänkler ins Visier der deutschen online-Medien. Wer den Link aufmerksam liest, wird sich zunächst denken: Aha, die Amis mal wieder!

Sarah Palin - so wird dem gemeinen Leser und arglosen Wähler suggeriert - ist also dafür, von staatswegen Sexualkundeunterricht zu verbieten und Abtreibungen gleich auch noch dazu. Das verzückt schließlich die konservativen Wähler. Und Frau McCain ist eher dafür, dass alles so bleibt wie es ist. Das wiederum soll die liberalen Wähler becircen.

Lustigerweise ist das alles ziemlicher Quark: Denn in den USA gibt es die sog. Residuale Souveränität, die im 10. Verfassungszusatz u.a. regelt, dass Gesundheit und Erziehung Sache der Bundesstaaten sind.
Mit anderen Worten: Sarah Palin, ihres Zeichens Schönheitskönigin designierte Vizepräsidentschaftskanidatin der Republikaner, fordert etwas, das zum einen absolut unmöglich dem Gesetz nach ist, zum anderen völliger Schwachsinn*). Weder kann ein Bundesgesetz den Bundesstaaten vorschreiben, was sie in ihrem Unterricht zu tun und zu lassen haben, noch kann ein Präsident Abtreibungen verbieten. Es wäre also notwendig, für jeden einzelnen Staat ein extra Gesetz zu erlassen, das ist aber Sache der Gouverneure und nicht von Washington.
Wohingegen McCains bessere Hälfte eigentlich absolut nichts beizutragen hat, als Palins Kommentar auch noch dadurch zu adeln, dass sie darauf reagiert - um die politische Mitte in den USA nicht zu "beruhigen" wie es heißt. Prinzipiell könnte sie aber auch gut finden, dass die Sonne scheint und es ab und zu regnet. Inhaltlich nähme sich das wenig.

Ich weiß nicht, was an der Sache ärgerlicher ist: Dass solche Nachrichten unreflektiert übernommen werden; dass solche Aktionen zur Volksverdummung dies- und jenseits des Atlantiks beitragen; oder dass man damit durchkommt und Nachahmer provoziert.
In jedem Fall unterstelle ich den beiden Protagonistinnen, dass sie es besser gewusst haben. Schließlich ist Sarah Palin selbst Gouverneurin und weiß bestens Bescheid über die Möglichkeiten und Einschränkungen von Bundesgesetzen. Das ist wohl die eigentliche Calamität an der Geschichte, dass sich beide Frauen für so eine Schmierenkomödie hergeben.

All in all: Wenn einem Informationen hingeworfen werden, die sämtliche Klischees und Vorurteile zu bestätigen scheinen ... sollte man ruhig stutzig werden und etwas genauer hinschauen.


*) persönlicher Kommentar

14. August 2008

[TV&Co] Israel Kamakawiwo'Ole - Over the Rainbow / What A Wonderful World

"Over The Rainbow & What A Wonderful World" - zwei Songs in einem. Und auf der Ukulele. Von 350(!) Kilo Hawaiianer namens Israel Kamakawiwo'Ole (sic!) gesungen. So unglaublich das klingt, so unglaublich ist der Song.




Danke Bayern3 für diese Kleinod.