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3. August 2012

[TV&CO] The Dark Knight Rises

 
Und es begab sich, dass ich wieder mal den Weg ins Kino fand. Diesmal: The Dark Knight Rises.
 
Der Abschluss der Trilogie von Regisseur Christopher Nolan also. Um es gleich vorweg zu nehmen, der Film ist sehr langweilig. In den knapp 160 Minuten passiert nicht wirklich viel und das, was da so passiert, ist konfus und unlogisch.
 
Nun erwarte ich von einer Comicverfilmung nicht wirklich viel Logik, aber eine derart seltsame Konstellation von Motiven, Figuren und Handlungen muss man erstmal auf die Reihe kriegen.
 
An der Stelle dürfte der Tod von Heath Ledger wohl die plausibelste Erklärung sein, denn eigentlich hätte er seine Rolle als Joker wieder aufnehmen sollen. Und irgendwie scheint es so, als ob das Drehbuch krampfhaft den Plot auf den neuen Antagonisten umbiegen wollte, inklusive fadenscheiniger Hintergrundgeschichte. Einem Joker hätte man das diabolische Sozioexperiment um seiner selbst Willen noch abgenommen, aber Bane wirkt etwas fehlplatziert. Wenigstens darf Bane Batman das Rückgrat brechen, was eine Referenz zum Knightfall-Storybogen ist.
 
Das übergeordnete Thema des Films ist die Frage nach Moral in einem System, das amoralisches Handeln belohnt. Prinzipiell ist Batman ja ein Anarchist, der Selbstjustiz nach von ihm selbst definierten Regeln ausübt. Die Idee, dass der Antagonist Batmans ein anarchisches Chaos auslöst und die Bewohner Gothams in Geiselhaft nimmt, um die Brüchigkeit der Gesellschaft zu demonstrieren, mag ja auf dem Papier noch ganz reizvoll sein; aber die Frage, warum Bane so etwas tut wird im Film mehr als unbefriedigend beantwortet. Er hat keine wirkliche Agenda, persönliche Ziele nimmt man ihm nicht wirklich ab, überhaupt fragt man sich die ganze Zeit, warum er überhaupt so agiert wie er agiert. Die Antworten darauf bleiben halbherzig oder gar auf der Strecke. Ein Terrorist mag er sein, aber ein mordlustiger Psychopat nicht. Was die Maske, die er da trägt darstellt, bleibt nebenbei auch im Dunkeln - die fehlende Erklärung für die Fratze des Jokers hat noch gut funktioniert, hier wirkt es seltsam deplatziert und nimmt Tom Hardy überdies auch noch viel seiner schauspielerischen Entfaltungsmöglichkeiten. Zudem gab es in der Vergangenheit immer das doppelte Drama, dass Batman seine Feinde selbst erschaffen hat. Dieses Plotelement wird leider nicht wieder aufgegriffen, wodurch der Film evtl. mehr Tiefe bekommen hätte.
 
Apropos schauspielerische Leistung: Christian Bale mag ein guter Schauspieler sein, aber als Batman/Bruce Wayne wirkt er seltsam distanziert und blutleer. Selbst Val Kilmer hat da mehr Charisma versprüht in "Batman Forever". Weder nimmt man ihm den nitzscheanischen Übermenschen ab, der  von Rachsucht zerfressenen sich über alle Gesetze erhebt, noch den einsamen, gebrochenen Milliardär - Bale taugt nicht zur Identifikationsfigur. Die Figur des Bruce Wayne wirkt sogar eher wie ein trotziges Kleinkind, das sich allen gut gemeinten Ratschlägen seiner Umgebung entzieht und lieber in seinem Elend suhlt. Unverständlich ist mir persönlich auch, warum das ursprüngliche Trauma der Ermordung Bruce Waynes Eltern nicht konsequent weitergeführt wird. Scheinbar hielt man es für zu aufgebraucht und verpasste Bruce Wayne ein paar neue Traumata, die es zu überwinden gibt.
 
Ironischerweise taugen auch fast alle anderen Figuren nicht zu Identifikation, sodass tatsächlich nur Joseph Gordon-Levitt in der Rolle des John Blake dafür in Frage kommt. Obwohl das Drehbuch ihm wahrlich keine großartige Rolle zugesteht, wirkt er von allen Charakteren noch am überzeugendsten und menschlichsten.
 
Was zu dem etwas seltsamen Effekt führt, dass der Rest des Filmpersonals beliebig austauschbar wird. Weder Michael Caine als Buttler Alfred, Morgan Freeman als Lucius Fox oder Gary Oldman als Commissioner Gordon würden fehlen, ließe man sie weg. Selbst Anne Hathaway als Catwoman/Selina Kyle wirkt wie ein Fremdkörper und wird zum Aufhänger für zwei, drei lustige Oneliner und deus ex machina für's Finale degradiert. Die gesamte Spannung, die sich bei Michael Keaton und Michelle Pfeiffer (die nebenbei noch Mut zur Hässlichkeit hatte) in "Batman Returns" noch aufgebaut hat zwischen den "echten" Charakteren und ihren kostümierten Alter Egos wird irgendwann im ersten Drittel zwar ansatzweise versucht, alsbald aber wieder vergessen und fallen gelassen.
 
Was nebenbei mit etlichen Nebensträngen der Geschichte passiert, die zwar angerissen, aber nicht zu Ende erzählt werden (was wurde aus der Mitbewohnerin von Selina Kyle?). Statt jedoch für Tiefe zu sorgen und eine reichhaltige Welt zu präsentieren, entwicklen sich diese zu noch mehr Logikbrüchen oder verpuffen sogar (z.B. Gordons Manuskript).
 
Andererseits wird geradezu krampfhaft versucht, das Verhaltren der Figuren plausibel zu erzählen. Doch wie bereits angedeutet, sind viele Motive häufig unglaubwürdig oder derart allgemein gehalten, dass die Handlungen sich nicht wirklich davon ableiten ließen.
 
Abschließend noch ein Wort zum Produktionsdesign. Christopher Nolan wurde bisher dafür gerühmt, einen "realistischen" Batman zu präsentieren. Jedoch verliert sich der Film geradezu darin und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, entreißt der Regisseur Batman auch noch der Nacht, das gesamte Finale läuft in einem schneebedeckten, taghellem Gotham ab. Ich verstehe zwar, was damit intendiert war - vermutlich sollte Batman den Schritt aus der Dunkelheit heraus in den Tag machen - aber das wirkt alles deplatziert unnatürlich und verkopft. Und außerdem kommen unweigerlich Assoziationen zu "Batman Returns" hoch.
 
Bezeichnend ist, dass das absolute Highlight tatsächlich der Anfang des Films ist mit der - wortwörtlichen - Flugzeugentführung. Alles, was danach kommt kann man allenfalls als "nett" bezeichnen.
 
tl;dr
160 Minuten Langweile und der Joker fehlt auch noch.
 
(3/10)

10. August 2008

[TV&Co] Die Mumie 3 - Das Grabmal des Drachenkaisers



Indiana Jones machte es mit "Das Königreich des Kristallschädels" vor, nun legt auch Indys Ersatzmann Rick O‘Connell nach: Sieben Jahre nach "Die Mumie kehrt zurück" (2001) kehrt die Mumie erneut zurück - naja ... im eigentlichen Sinne gibt es allerdings hier keine Mumie, die erweckt wird. Viel mehr wird Jet Li wiedererweckt, der zuvor in eine Terrakotta-Figur (nebst Armee) verwandelt wurde.

Witz und Charme der Vorgänger gehen jedoch bei diesem Teil irgendwie verloren, seltsam blutleer wird der Film von Regiesseur Cohan (xXx, Stealth) inszeniert.
Der Film folgt dem üblichen Schema, dass der vor sich hinbröselnde Bösewicht versucht, den Fluch abzuschütteln und da weiterzumachen, wo er vor 2000 Jahren aufgehört hatte. Soweit die Ausgangslage; in den anderen Teilen hat das ja noch ganz gut funktioniert, wenn man sich darauf beschränkt, das Ganze mit Tempo und Action zu garnieren und Schauwerte einfließen lässt.

Das war den Machern aber wohl nicht genug, man bezieht den mittlerweile erwachsenen Sohn der O'Connells mit in die Geschichte und gönnt ihm noch die "Tochter der Hexe, die den Kaiser verfluchte wegen einer unerfüllten Liebe zu einem General, und die unsterblich ist". Scheinbar ist dann doch irgendwann aufgefallen, dass Maria Bello als Evelyn O'Connell eine Fehlbesetzung ist und ihrer Vorgängerin in der Rolle, Rachel Weisz, nicht das Wasser reichen kann. Diese Fokusverschiebung auf die "nächste Generation" hat allerdings den unschönen Nebeneffekt, dass sich plötzlich sehr viele Schauspieler ihre Zeit auf der Leinwand teilen müssen - ohne dass die dann wirklich Zeit haben, ihren Charakter zu entfalten, alles bleibt oberflächlich bis hölzern und ist kaum nachzuvollziehen.

Auch der Ganze Hokuspokus um den Fluch nervt und ist in sich unstimmig. Viele Fragen werden aufgeworfen, auf die es keine Antwort gibt, allen voran, was es eigentlich mit dem Zauberdolch, der einzig und allein in der Lage ist, den Lehm-Kaiser angeblich zu töten, auf sich hat. Auch fragt man sich, wieso man eine so extrem verkomplizierte Hintergrundstory sich zusammenspinnt für einen so recht simplen Film. Wäre irgendwie viel cooler gewesen, wenn der Kaiser auf der Suche nach dem ewigen Leben an das Buch der Toten aus dem alten Ägypten geraten wäre anstatt an eine Hexe oder er wenigstens irgend eine Frau hätte entführen müssen, um sie zu seiner Kaiserin zu machen (siehe Teil 1 und 2). Angeblich haben einige Schauspieler für noch drei weitere Teile unterschrieben, ich hoffe mal nicht.

Einziger Lichtblick ist John Hannah, der in seine Rolle als der versnobte, sehr englische, Bruder von Rachel Weisz/Maria Bello zurückkehrt. Brendan Fraser, dem die Rolle des Rick O'Connel auf den Leib geschrieben zu sein scheint, geht leider unter. Wenig besser ergeht es da Jet Li, der wird nämlich einfach verschwendet.

Fazit: Teil 1 und 2 haben richtig Laune gemacht, hier wurden viele Möglichkeiten einfach verschenkt. Im Großen und Ganzen lebt der Film auch von dem Kredit, den seine Vorgänger sich verdient haben. (4/10)

23. Juli 2008

[TV&Co] Bullshit-Generator

Nachdem ich jetzt schon von mehreren Leuten auf das Stellenangebot von neulich angesprochen wurde, bin ich der Sache ein Stückchen mehr auf den Grund gegangen: Nicht nur eine Babelfish-Übersetzung scheint Grundlage gewesen zu sein, sondern auch ein Bullshit-Generator, der z.B. solche schönen Sätze bilden kann:

Wäre nicht bereits vor Monaten festgestanden, dass die endokrine Globalisierung manipulativ transaktionssicher echte Chancengleichheit schafft, dann wäre anzumerken, dass die maximiert endokrine Querverbindung manipulativ zentralisiert schon lange zum Allgemeinwissen gehört, aber nur wenn die Typisierung hypokratisch asynchron noch keine Aussagekraft erlangt.



Scheinbar ist man drauf und dran, das infinite monkey theorem durch automatisierte Aufgabenträger beweisen zu wollen.

14. April 2008

[TV& Co] Wegwerfen verboten!

Dieser heise-Artikel von heute morgen beschäftigt sich mit den Anstrengungen der Musikindustrie in den USA, u.a. das Wegwerfen von Promo-CDs zu verbieten. Klingt absurd, aber in den USA werden bekanntlich die allerseltsamsten Entscheidungen bei Gericht gefällt, das wissen wir nicht erst seit Picket Fences, Matlock oder Ally McBeal. Und natürlich ist das ganze - USAesque - nicht zum Schutz der Umwelt.

Lustig ist der Gedanke trotzdem, v.a. wenn man ihn weiterspinnt:
Wenn also das Vernichten der Tonträger strafbar ist (weil man eine Lizenz damit verletzt), ist es dann nicht konsequenterweise auch so, dass man Musik nicht mehr von seinem Rechner löschen darf? Selbst wenn diese aus einer illegalen Tauschbörse stammt?! Fragen über Fragen ...