13. März 2008

[Life] Everybody's Free To Wear Sunscreen

Wie manchmal schon geschehen - der geneigte Leser kennt es vielleicht schon - poste ich gerne mal Songs, die nachhaltig und wichtig für mich waren oder sind. Heute:

Baz Luhrmann, Everybody's Free (To Wear Sunscreen)

Als das Lied 1999 herauskam, wurde es mir von einem Bekanntem zwar ans Herz gelegt, aber erst viel später (2001) sah ich des nachtens das Video auf MTV - und seit jener Nacht zählt es zu meinen Lieblingsliedern.

Und ja, es handelt sich um den Baz Luhrmann von Stricly Ballroom und Romeo+Julia.

Musikalisch kann man es wohl nicht gerade ein Meisterwerk nennen, letztlich wird ja noch nicht mal gesungen, sondern gesprochen. Aber der Inhalt ... trifft viele Dinge sehr präzise und jedesmal beim Anhören fühlt man sich ein kleines bisschen erwachsener und klüger als zuvor.

Eine persönliche Note erhält der Text auch noch, da die "class of '99" adressiert wird - was einen leichte Melancholie doch auslöst hier und da, zugegeben.

Ganz zu schweigen davon, dass es sehr viele Situationen gibt, in denen man aus den Lyrics Zitate schöpfen kann. In diesem Sinne: Dance…even if you have nowhere to do it but in your own living room.

Ladies and Gentlemen of the class of '99...

Wear Sunscreen

If I could offer you only one tip for the future, sunscreen would be it. The long term benefits of sunscreen have been proved by scientists whereas the rest of my advice has no basis more reliable than my own meandering experience…I will dispense this advice now.

Enjoy the power and beauty of your youth; oh nevermind; you will not understand the power and beauty of your youth until they have faded. But trust me, in 20 years you'll look back at photos of yourself and recall in a way you can't grasp now how much possibility lay before you and how fabulous you really looked….You're not as fat as you imagine.

Don't worry about the future; or worry, but know that worrying is as effective as trying to solve an algebra equation by chewing bubblegum. The real troubles in your life are apt to be things that never crossed your worried mind; the kind that blindside you at 4pm on some idle Tuesday.

Do one thing everyday that scares you

Sing

Don't be reckless with other people's hearts, don't put up with people who are reckless with yours.

Floss

Don't waste your time on jealousy; sometimes you're ahead, sometimes you're behind…the race is long, and in the end, it's only with yourself.

Remember the compliments you receive, forget the insults; if you succeed in doing this, tell me how.

Keep your old love letters, throw away your old bank statements.

Stretch

Don't feel guilty if you don't know what you want to do with your life…the most interesting people I know didn't know at 22 what they wanted to do with their lives, some of the most interesting 40 year olds know still don't.

Get plenty of calcium.

Be kind to your knees, you'll miss them when they're gone.

Maybe you'll marry, maybe you won't, maybe you'll have children, maybe you won't, maybe you'll divorce at 40, maybe you'll dance the funky chicken on your 75th wedding anniversary…what ever you do, don't congratulate yourself too much or berate yourself either – your choices are half chance, so are everybody else's. Enjoy your body, use it every way you can…don't be afraid of it, or what other people think of it, it's the greatest instrument you'll ever own..

Dance…even if you have nowhere to do it but in your own living room.

Read the directions, even if you don't follow them.

Do NOT read beauty magazines, they will only make you feel ugly.

Get to know your parents, you never know when they'll be gone for good.

Be nice to your siblings; they are the best link to your past and the people most likely to stick with you in the future.

Understand that friends come and go,but for the precious few you should hold on. Work hard to bridge the gaps in geography in lifestyle because the older you get, the more you need the people you knew when you were young.

Live in New York City once, but leave before it makes you hard; live in Northern California once, but leave before it makes you soft.

Travel.

Accept certain inalienable truths, prices will rise, politicians will philander, you too will get old, and when you do you'll fantasize that when you were young prices were reasonable, politicians were noble and children respected their elders.

Respect your elders.

Don't expect anyone else to support you. Maybe you have a trust fund, maybe you have a wealthy spouse; but you never know when either one might run out.

Don't mess too much with your hair, or by the time it's 40, it will look 85.

Be careful whose advice you buy, but, be patient with those who supply it. Advice is a form of nostalgia, dispensing it is a way of fishing the past from the disposal, wiping it off, painting over the ugly parts and recycling it for more than it's worth.

But trust me on the sunscreen...

7. März 2008

[TV&Co] Auslandseinsatz: Kampfgeschwader für den Balkan


Deutschland liefert einen Beitrag, wenn es in Belgrad unruhig wird.

[MISC] The day google stood still

Seit gestern ca. 15 Uhr ist google.com nicht erreichbar.

Naja, das ist teilweise nicht ganz richtig: Für einen gewissen Teil derer, deren Provider auf der die ein oder andere Weise über die Telekom sein Geschäft abwickelt (z.B. 1&1), besteht das Problem.

Da stellen sich natürlich diverse Fragen:
  • Ist evtl. ein Tiefseekabel irgendwo in Thüringen gerissen?
  • Werden Stichleitungen für das Bundesinnenministerium gelegt?
  • Hat Microsoft heute Nacht "updates" verschickt?
  • Hat jemand Kaffee in einen Cisco-Switch geschüttet?
  • Proben Telekomiker für den 1. April?
  • Hat die Matrix einen Riss?
Scheinbar handelt es sich doch um ein DNS-Problem, denn die IP ist nach wie vor vorhanden.

Strange.

26. Februar 2008

[MISC] Die fleißige Ameise

Jeden Morgen kam die fleißige Ameise fröhlich zur Arbeit. Sie liebte ihre Arbeit. Hier verbrachte sie die meiste Zeit des Tages schwer arbeitend, immer ein Liedchen summend. Sie arbeitete fleißig vor sich hin.

Der Generaldirektor, ein dicker fetter Käfer, stellte fest, dass es niemanden gab, der die Ameise beaufsichtigte. So konnte es nicht weitergehen! Er schuf einen Supervisor Posten und stellte einen Mistkäfer mit viel Erfahrung ein.

Die erste Sorge des Mistkäfers war, die Arbeitszeit zu standardisieren. Er erstellte hierzu verschiedene Reports. Bald darauf benötigte der Mistkäfer eine Sekretärin, die diese Reports vorbereitete. Man stellte eine Spinne ein, die ein Archiv einrichtete und Telefonanrufe entgegennahm.

Und in der ganzen Zeit, arbeitete die Ameise froh und munter weiter, denn ihre Arbeit gefiel ihr und von Zeit zu Zeit summte sie ein Liedchen.

Der Generaldirektor war begeistert von der Arbeit des Mistkäfers, und fragte ihn nach grafischen Darstellungen und Zukunftsanalysen. So wurde es nötig, eine Fliege einzustellen als Helfer für den Supervisor. Sie kauften der Fliege ein Laptop, mit dem sie die Reports schön bunt gestalten konnte.

Die fleißige Ameise summte schon bald kein Liedchen mehr, beschwerte sich, dass sie so viel Schreibkram auszufüllen hatte, anstatt zu arbeiten.

Daraufhin beschloss der Generaldirektor, dass ein Administrator für die Abteilung, in der die Ameise arbeitete, her musste. Diese verantwortungsvolle Aufgabe wurde der Heuschrecke übertragen, die alserstes verlangte, dass man ihr einen speziellen Sessel kaufen solle. Natürlich brauchte sie auch ein Auto, einen Laptop und einen Zugang zum Intranet. Und selbstverständlich brauchte sie auch einen persönlichen Assistenten, die Kröte, die schon an ihrem alten Arbeitsplatz als Sekretärin für die Heuschrecke gearbeitet hatte.

Die Ameise sang nicht mehr. Sie wurde immer unruhiger und nervöser.

"Wir müssen ein Gremium beauftragen, Daten für eine Studie über die arbeitende Gesellschaftsschicht zusammenzutragen und einen Bericht zu verfassen." Gesagt, getan. Die ausgesuchten Spezialisten machten sichgegen ein beträchtliches Entgelt sogleich monatelang an die Arbeit.

In der Zwischenzeit stellte der Generaldirektor fest, dass die Abteilung, in der die fleißige Ameise munter vor sich hin arbeitete, nicht mehr den gleichen Profit wie früher erwirtschaftete. Er wandte sich an die Eule, eine Expertin in Sachen Betriebswirtschaft, die Tausende von Euro bekam. Sie sollte analysieren und diagnostizieren, was zu tun sei. Die Eule wirbelte drei Monate in allen Büros der Firma herum. Dann legte sie einen Abschlussbericht vor, der besagte: "Sie haben zu viel Personal, es sollten Stellen abgebaut werden."

Dem Expertenbericht der Eule folgend, entließ der Generaldirektor die Ameise, die immer so fleißig arbeitete und ihre Arbeit liebte.

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Und die Moral von der Geschicht':

Es sollte dir nicht im Traum einfallen, eine fleißig arbeitende, fröhliche Ameise zu sein. Es ist viel besser eine Heuschrecke oder ein Mistkäfer zu sein, wenn auch unnüt und unfähig. Diese brauchen keinen Supervisor, es stresst sie niemand.

Wenn du nicht anders kannst, als fleißig und arbeitsam zu sein, dann zeige niemandem, dass du fröhlich bist und dass dir deine Arbeit Freude macht!

Erfinde von Zeit zu Zeit ein Unglück, jammere und beschwere dich, damit es niemandem in den Sinn kommt, dich zu beneiden, nur weil du Spaß an deiner Arbeit hast.

22. Februar 2008

[MISC] Principality of Hutt River

"Das Klima entspricht dem vom Westaustralien".

Mein persönlicher all time Favourit, der die Kategorien "Unnützes Wissen", "Fundstück der Woche" und "Potenzielle 500.000-Euro-Frage bei Wer wird Millionär" auf sich vereinigt:

Principality of Hutt River

Unbedingt lesen, ich habe Tränen gelacht!

20. Februar 2008

[MISC] Logelei

... oder die Antwort auf die Antwort zur Frage.

Geht man davon aus, dass zwei Dinge, nennen wir sie der Einfachheit halber einmal A und B, in einer wie auch immer gestalteteten Beziehung zueinander stehen, diese mag auf den Namen x hören, dann ergibt sich prinzipiell folgendes Bild:


wahrfalsch
AxA

AxB

BxA

BxB



Soweit, so gut. Was an sich jetzt daherkommt wie eine Wahrheitstabelle (aus der sich mittels Konjunktiver oder Disjunktiver Normalform ein bool'scher Ausdruck ja ohne weiteres ableiten ließe), eröffnet dem weitsichtigem Philosophen einen völlig neuen Einblick in die Welt und das Innerste, das sie zusammenhält: Die freien Plätze geben einen 4x2-Matrix wieder.

Was auf den ersten Blick ziemlich unspektakulär, geradezu vernachlässigbar daherkommt, entpuppt sich - unter der Prämisse, dass x eine beliebe Beziehung (die Wissenschaft spricht an dieser Stelle auch gerne von "x-beliebig" (im Gegensatz zu "X-Men" als Begriff der gender studies)) darstellt, also auch die nichtige - tatsächlich als 42. qed.

Und danke für den Fisch.

16. Februar 2008

[Blog] Multae causae sunt scribendi

HA!

Heute war offensichtlich wieder mal google-crawl-Tag und deshalb wurde mein Archiv durchsucht und indiziert. Der geneigte Leser fragt sich vermutlich, woher ich das weiß: Im Hintergrund des Blogs laufen einige tools, die die Besucher des Blogs registrieren und zuordnen können - teilweise zumindest.

Und in diesem Fall halt google. Und das interessante ist, dass mein Blog für den Eintrag vom 13. April im pagerank erstaunlich hoch geklettert ist für die Suchanfrage "multae causae sunt bibendi": Wenn das nicht mal ein Grund zum trinkenfeiern ist!

<klugscheiß>
Für die Nicht-Lateiner: "Multae causae sunt scribendi" heißt "Es gibt viele Gründe, zu schreiben". scribendi ist ein Gerundiv in prädikativer Verwendung. Just the case.
</klugscheiß>

15. Februar 2008

[MISC] Billy und die Klonosaurier

Bei diesem Artikel muss ich an folgende Szene denken:

Skinner: Endlich habe ich die Zeit, das zu tun, was ich schon immer wollte - einen berühmten Roman schreiben. Meine Geschichte spielt in einem futuristischen Freizeitpark, in dem Dinosaurier, durch moderne Klonungstechniken wieder zum Leben erweckt werden und das unter dem Titel:" Billy und die Klonosaurier".

Apu: Das kann doch wohl nicht ihr ernst sein. Erst kommen sie auf eine Idee, die längst in Büchern und Filmen verarbeitet wurde - und dann bekommt das Ganze noch einen Titel, der niemandem gefällt. Haben Sie in letzter Zeit die Bestsellerlisten verfolgt? Es war einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Was denken Sie sich dabei? - Vielen Dank, beehren Sie uns bald wieder.
(Simpsons, 5x19)


Aber irgendwie erinnert das alles doch sehr an "The Sixth Day". Krass.

10. Februar 2008

[MISC] Holz 2.0

Zu den großen Freuden meiner Kindheit gehörte es, dann und wann die Holzeisenbahn (ein Oxymoron!) aufzubauen. Zwar waren die Kurvenradien starr, die Gleisführung wenig flexibel und einige Bahnschranken bekam der Hund zwischen die Zähne, aber im Großen und Ganzen verbinde ich damit glückliche Nachmittage.

Insofern sprang mir ein sp.on-Artikel letzte Woche sofort ins Auge (aua!), den ich so nicht wieder im digitalen Nirvana verschwinden lassen will. Es geht darum, dass die Traditionsfirma Brio eine neue Serie auf den Markt gebracht hat:
Die Networkers. Das hat nichts mit studivz oder openbcxing zu tun, sondern soll der frühkindlichen Erziehung dienen; um genau zu sein, soll dem Nachwuchs spielerisch nahegebracht werden, wie das Internet funktioniert, wie Mails verschickt werden, was Viren (siehe rechts) anstellen können und warum man eine Datenautobahnpolizei braucht.

Das Lustige daran ist, dass ich diese Holzeiesenbahn schon mal in einem Schaukasten bei Toy'r'us gesehen hatte und zuerst dachte, es handele sich um eine SciFi-Eisenbahn oder so.

Nach eingehendem Studium der einzelenen Brio-Sets und -Modelle muss ich allerdings sagen, dass der pädagogische Aspekt wohl eher fraglich ist. Nichtsdestotrotz wird es Kinder nicht davon abhalten, damit zu spielen so wie ich es einst getan habe. Und das ist gut so. Bei soviel Nostalgie frage ich mich unwillkürlich, wo eigentlich meine alte Holzeisenbahn abgeblieben ist ... immerhin hatte die so ne tolle Ziehbrücke und mit Holzbausteinen konnte man da ne prima Schwebebahn mit bauen ...

[MISC] Bei der Geburt getrennt (Teil X)